Die Klasse

Die Klasse ist ein französischer Kinofilm von Laurent Cantet, der auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von François Bégaudeau basiert. Der Film beruht im Wesentlichen auf den Erfahrungen von François Bégaudeau als Literatur- und Französischlehrer in einer Pariser Vorstadt.

In einem Pariser Multi-Kulti-Viertel sind gute Schulnoten bei den Jugendlichen kaum gefragt. Trotz aller Widrigkeiten versucht der Lehrer François, den Migrantenkindern nicht nur sprachliche Kompetenz, sondern auch Respekt und Toleranz zu vermitteln. (Maxdome.de-Filmbeschreibung)

Fakten zum Film

Filmdaten

Kinostart:
Originaltitel: Entre les murs
Deutscher Titel: Die Klasse
Genre: Drama
Produktion: Frankreich
Jahr: 2008
Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

Besetzung und Crew

Regie:
Stars: , ,
Drehbuch: Laurent Cantet, François Bégaudeau, Robin Campillo
Produktion: Carole Scotta, Caroline Benjo, Barbara Letellier, Simon Arnal
Kamera: Pierre Milon, Catherine Pujol, Georgi Lazarevski
Schnitt: Robin Campillo, Stephanie Leger

Inhaltsangabe

Hier findest Du die Zusammenfassung der Handlung für den Film Die Klasse. Achtung, Spoilerwarnung: bitte die Inhaltsbeschreibung nicht weiterlesen, falls Du das Ende des Films nicht erfahren möchtest!

François Marin unterrichtet seit vier Jahren Französisch an einer Pariser Schule im 20. Arrondissement mit einem hohen Migrantenanteil. Er ist ein Einzelgänger, der sich nur in sachlichen Fragen mit seinen Kollegen verständigt. Im Gegensatz zu diesen versucht Marin nicht, Störenfriede des Unterrichts zu verweisen und trägt lieber die Konflikte öffentlich im Klassenzimmer aus. Selbst auf Fragen zu seiner eigenen Sexualität antwortet er den Schülern, die ihn spöttisch "Mammsel Marin" nennen. Seine Toleranz macht sich auch beim Handy-Verbot bemerkbar, dem sich seine Schüler während des Unterrichts widersetzen dürfen.

Zu Beginn des neuen Schuljahres im September wird Marin Lehrer der Klasse 4.3. Zu seinen 25 Schülern gehört die vorlaute Esmeralda, die davon träumt, Polizistin oder Rapperin zu werden. Der chinesische Immigrant Wei ist lernwillig und diszipliniert, beherrscht aber nur unzureichend die französische Sprache. Der korangläubige Souleymane aus Mali lehnt die französische Nationalität völlig ab, schwänzt häufig oder erscheint immer unvorbereitet zum Unterricht. Carl, der von den Antillen stammt, stößt im Verlauf des Schuljahres zur Klasse hinzu. Sein älterer Bruder sitzt im Gefängnis, er identifiziert sich aber mit Frankreich und versucht, sich nach einem Schulverweis anzupassen.

Schon die ersten Stunden nach den Ferien verlaufen nicht frei von Konflikten. Die 14- bis 15-jährigen Schüler verschwenden Marins Meinung nach zu viel Zeit zu Unterrichtsbeginn, sind aufsässig und weigern sich Namensschilder aufzustellen. Beim Lesen und Verstehen von Texten bestehen große Wissenslücken und Leistungsunterschiede - die Schüler haben Probleme mit Worten von Herablassung und Argentinier bis hin zu Phrasen wie Wink mit dem Zaunpfahl. Auch bei der Konjugation von einfachen Verben stoßen die Schüler bald an ihre Grenzen und verdächtigen öffentlich ihren Lehrer, die Klasse "auflaufen" zu lassen.

Als Marin eines Tages feststellen muss, dass seine Schüler nicht wie angeordnet das Tagebuch der Anne Frank gelesen haben, verliert er die Geduld. Er zwingt die Schülerin Khoumba dazu, den Text zu lesen. Diese weigert sich aber. Mit der Einforderung einer aufrichtigen Entschuldigung nach dem Unterricht bringt er die Schülerin gegen sich auf, die daraufhin beschließt, nicht mehr mitzuarbeiten und Marin völlig zu ignorieren. Ein Erfolg bei den Schülern ist hingegen Marins Vorschlag, Selbstporträts zu verfassen. Auch Souleymane beteiligt sich mit Bildern aus seinem Alltag, die er mit dem Handy aufgenommen hat. Seine Mutter ist des Französischen nicht mächtig, wie Marin auf einem Elternabend feststellt, während andere Eltern seinen Unterricht als zu lasch kritisieren oder das französische Schulsystem gänzlich ablehnen.

Das Vortragen der Selbstporträts führt zu Streit unter den Schülern. Nach einem Konflikt mit seinem Mitschüler Carl über das Thema Fußball duzt Souleymane Marin und landet daraufhin beim Direktor. Auf Klassenkonferenzen diskutieren die Lehrer darüber, dass Sanktionen bei den Schülern nicht mehr greifen und schlagen erfolglos neue Sanktionssysteme vor. Bei der abschließenden Notenkonferenz verteidigt Marin Souleymane vor seinen Kollegen, gibt aber zu, dass der Junge möglicherweise "beschränkt" in seinem Leistungsvermögen sei. Persönlich angegriffen fühlt sich der Lehrer durch die Disziplinlosigkeit der Schülersprecherinnen Esmeralda und Louise, die während der Konferenz ununterbrochen kichern. Das Verhalten der beiden wird während der Konferenz von der Lehrerschaft ignoriert.

Am nächsten Tag eskaliert die Situation im Unterricht: Marin kritisiert vor der gesamten Klasse den fehlenden Ernst seiner beiden Schülerinnen. Er äußert sich gegenüber den beiden Mädchen in der Form, dass sich so nur "Schlampen" verhalten würden. Beide hatten zuvor verbotenerweise Schüler der Klasse, darunter Souleymane über die Geschehnisse auf der Konferenz und deren Noten informiert. Souleymane bezichtigt daraufhin die gesamte Lehrerschaft der Rache an ihm. In der anschließend heftig geführten Diskussion, duzt der Junge verbotenerweise Marin erneut, rastet aus, will den Klassenraum verlassen, wird von einem Klassenkameraden festgehalten und reißt sich von seinen Kameraden los. Schließlich verletzt er versehentlich Khoumba mit seiner Schultasche und verlässt den Unterricht ohne Erlaubnis.

Souleymanes Verhalten zieht Konsequenzen nach sich. Er wird zwei Tage vom Unterricht ausgeschlossen. Gleichzeitig weigert sich Marin, die Verantwortung für seine eigene Entgleisung zu tragen. Er verschweigt die Beleidigung seiner beiden Schülerinnen im offiziellen Bericht, was aber nicht unbemerkt bleibt. Zu Marins Verblüffung steht die Klasse aber nach wie vor hinter Souleymane, dem eine Abschiebung nach Mali droht, sollte er einen Schulverweis erhalten. Marin beginnt das System zu hinterfragen. Der Disziplinarausschuss geht trotz der Fürsprache seiner Mutter zu Ungunsten des Schülers aus, wie in allen anderen 12 Fällen im letzten Schuljahr.

In der letzten Französischstunde vor den Ferien befragt Marin seine Schüler, was sie Neues gelernt haben. Carl hat sich für chemische Versuche begeistern können, Khoumba für Musik und Spanisch. Esmeralda gibt an, dass sie nichts gelernt hätte und kritisiert die Literaturauswahl des Lehrers. Auf Nachfragen verblüfft sie Monsieur Marin mit der Tatsache, dass sie privat Platons' Der Staat liest - "Kein Buch für Schlampen", wie Esmeralda stolz feststellt. Nach dem Unterricht wird der Lehrer vom Geständnis der stillen Henriette überrascht, die angibt, in allen Fächern nichts gelernt zu haben, obwohl ihre Leistungen für eine Versetzung ausreichten. Sie vertraut Marin außerdem ihre Angst vor der bevorstehenden Berufsschule an. Das Schuljahr endet im Juni mit einem Fußballspiel auf dem Schulhof zwischen Lehrern und Schülern.

Kritik

Unsere Beurteilung, das sagt die Cinehits.de-Redaktion zum Film "Die Klasse": 3,1 von 5 Punkten - der Film ist in Ordnung und besser als der Durchschnitt. Es fehlt nicht viel, um ein guter Film zu sein.

Die Inhaltsangabe zum Film basiert auf dem Artikel Die Klasse aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Er steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. Liste der Autoren.