Das schweigende Klassenzimmer

Das schweigende Klassenzimmer ist ein Spielfilm von Lars Kraume nach dem gleichnamigen Sachbuch von Dietrich Garstka. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine ostdeutsche Abiturklasse, die sich anlässlich des Ungarischen Volksaufstands 1956 im Unterricht zu einer Schweigeminute für die Opfer entscheidet.

Fakten zum Film

Filmdaten

Kinostart:
Originaltitel: Das schweigende Klassenzimmer
Genre: Drama
Produktion: Deutschland
Jahr: 2018
Länge: 111 Minuten
Verleih: StudioCanal Deutschland
FSK: 12

Besetzung und Crew

Regie:
Stars: , ,
Drehbuch: Lars Kraume
Kamera: Jens Harant
Schnitt: Barbara Gies

Inhaltsangabe

Hier findest Du die Zusammenfassung der Handlung für den Film Das schweigende Klassenzimmer. Achtung, Spoilerwarnung: bitte die Inhaltsbeschreibung nicht weiterlesen, falls Du das Ende des Films nicht erfahren möchtest!

Stalinstadt, im Jahr 1956: Die beiden Abiturienten Theo Lemke und Kurt Wächter kehren von einem Westberliner Kinobesuch nach Hause zurück. In der Wochenschau haben sie Bilder des Volksaufstands in Ungarn gesehen. Zurück in der DDR werden sie sich der unterschiedlichen Berichterstattung zwischen west- und ostdeutschen Medien bewusst. Die Wochenschau und der RIAS, den sie heimlich bei Edgar, dem schwulen Großonkel ihres Mitschülers und Freundes Paul hören, berichten positiv über die bürgerlich-demokratische Bewegung, die DDR-Medien dagegen pro-sowjetisch und verurteilen den Aufstand. Als westdeutsche Medien vom vermeintlichen Tod des bekannten Fußballspielers Ferenc Puskás berichten, schlägt Kurt vor, eine symbolische Schweigeminute für die Opfer abzuhalten. Die Abiturklasse steht bis auf den linientreuen Erik, Sohn eines im Krieg verstorbenen roten Frontkämpfers und Stiefsohn des örtlichen Pfarrers, geschlossen dahinter. Die Schweigeminute fällt in die Stunde des Geschichtslehrers Mosel, der zuerst annimmt, das Manöver richte sich gegen ihn. Als Erik zugibt, dass es sich um eine Form des Protests handelt, meldet der Lehrer den Vorfall bei Rektor Schwarz.

Der Rektor versucht, den Vorfall herunterzuspielen. Gleichzeitig verteidigt er die Idee des Sozialismus. Am Abend trifft sich die gesamte Klasse bei Edgar, wo sie über den RIAS erfahren, dass die sowjetischen Truppen kurzfristig abgezogen sind und Ungarn eine neue Regierung erhalten soll. Gleichzeitig droht die symbolische Schweigeminute weiter untersucht zu werden. Edgar lobt die Jugendlichen als "Freidenker", benennt sie aber auch als "Staatsfeinde". Theo schlägt vor, sich herauszureden, indem alle angeben, dass die Aktion nur an den Tod von Ferenc Puskás erinnern sollte. In geheimer Wahl entscheidet sich die Mehrheit zur Enttäuschung von Kurt für Theos Notlüge. Die Gruppe kann auch später den nicht anwesenden Erik von ihrem Vorhaben überzeugen.

Am nächsten Tag werden Lena, Erik und Theo nacheinander zum Rektor zitiert, wo sie von der Kreisschulrätin Frau Kessler befragt werden. Alle drei halten sich aber trotz des manipulativen Verhaltens von Frau Kessler an die Notlüge. Als Theo den Lehrern "Gestapo-Methoden" vorwirft, erhält er einen Tadel und die gesamte Klasse muss öffentlich zum Appell antreten. Kurts manipulativer Vater Hans, selbst Stadtratsvorsitzender, versucht seinen Sohn ohne Erfolg davon zu überzeugen, dass hinter dem Ungarn-Aufstand die Faschisten stecken würden. In Absprache mit dem Schulrektor nimmt Theos Vater Hermann seinen Sohn für einen Tag aus der Schule, um ihm die schwere Arbeit am Hochofen zu zeigen. Die Gruppe, die sich bei Edgar einfindet, um RIAS zu hören, wird immer kleiner. Zum Schluss kommen nur noch Kurt, Lena und Paul. Kurt und Lena, die eigentlich mit Theo zusammen ist, kommen sich dabei näher und küssen sich, was heimlich von Paul beobachtet wird.

Die Situation spitzt sich zu, als Volksbildungsminister Lange in Stalinstadt erscheint. Dieser verurteilt die Aktion als konterrevolutionären Akt und verlangt von ihnen, den Rädelsführer zu benennen. Sollte das nicht geschehen, droht Lange den Schülern, sie in der gesamten DDR nicht zum Abitur zuzulassen. Erik wird von Frau Kessler unter Druck gesetzt, woraufhin er Edgar als Quelle für das Hören des RIAS benennt. Edgar wird daraufhin von der Volkspolizei in Begleitung von Frau Kessler verhaftet. Paul rächt sich an Erik, indem er ihn in der Kirche niederschlägt. Kurt will sich als Rädelsführer bekennen, was ihm aber von Theo ausgeredet wird. Die Eltern der Schüler überlegen eine Gegendarstellung zu entwerfen, während Theos Vater beim Volksbildungsminister vorspricht, aber als früherer Aufständler nicht ernstgenommen wird. Lena trennt sich von Theo, da sie seine ständigen Ausreden leid ist. Frau Kessler befragt nochmals alle Schüler einzeln, wobei sie den Druck auf Erik erhöht. Sie droht, die Wahrheit über seinen Vater, der als Kollaborateur im KZ Sachsenhausen gehängt wurde, publik zu machen. Erik, der von der Vergangenheit seines Vaters nichts wusste, verrät Kurt und erleidet während des Schießunterrichts einen Nervenzusammenbruch. Er schießt mit dem Gewehr auf den Lehrer, einen alten Nazi, und verletzt diesen. Erik rennt in die Kirche und bedroht seine Mutter mit dem Gewehr, kann aber von Theo, Kurt und Paul überwältigt werden. Eriks Mutter gibt ihm die Wahrheit über den schwachen Vater preis, während Erik seinen Verrat an Kurt gesteht.

Nach dem Amoklauf von Erik erscheint Frau Kessler bei Kurt und seinem Vater. Sie stellt in Aussicht, die gesamte Schuld auf Erik abzuwälzen, da diesen bereits eine Gefängnisstrafe von 10 Jahren erwarte. Kurt konfrontiert seinen Vater mit dem Foto von Eriks gehängtem Vater, auf dem er ebenfalls zu sehen ist. Während sein Vater ihn anschreit, verzweifelt Kurt an der Passivität seiner Mutter, die ihm rät, noch in der folgenden Nacht nach Westdeutschland zu fliehen. Kurt informiert Theo über seine geplante Flucht. Er wird jedoch im ersten Morgenzug von Königs Wusterhausen nach Westberlin festgenommen. Kurts Vater erscheint auf der Wache, belügt die Polizisten aber und verhilft seinem Sohn so zur Flucht in den Westen. Da Kurt mit seiner sog. "Republikflucht" seine Schuld eingestanden hat, sollen auf Frau Kesslers Willen hin alle Schüler ihn als Rädelsführer der Schweigeminute identifizieren. Theo und Paul werden von Frau Kessler sofort der Schule verwiesen, als sie angeben, dass die Mehrheit dafür gestimmt hätte. Als die übriggebliebenen Schüler um Lena aufstehen und behaupten, es sei ihre Idee gewesen, wird die gesamte Klasse der Schule verwiesen. Auf Theos Rat hin begehen alle Schüler bis auf vier über den Jahreswechsel 1956/57 "Republikflucht" und machen ihr Abitur im Westen.

Kritik

Unsere Beurteilung, das sagt die Cinehits.de-Redaktion zum Film "Das schweigende Klassenzimmer": 3,7 von 5 Punkten - der Film ist gut und man macht nichts falsch, wenn man ihn sich anschaut!

Die Inhaltsangabe zum Film basiert auf dem Artikel Das schweigende Klassenzimmer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Er steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. Liste der Autoren.