Attenberg

Attenberg ist ein Spielfilm und der zweite Langfilm der griechischen Regisseurin Athina Rachel Tsangari. Der Film wurde in Griechenland produziert und gedreht und von der Presse als Greek New Wave kategorisiert. Als Koproduzent und Schauspieler wirkte der Regisseur Giorgos Lanthimos mit.

Alles, was Spätzünder Marina über menschliches Verhalten und Sexualität weiß, kennt sie aus den Tierdokumentationen von Sir David Attenborough ("Attenberg"). Sie übt sich lieber in der Imitation von Affen als im Annähern an das andere Geschlecht. Ihre einzige Bezugsperson, abgesehen von ihrem krebskranken Vater, ist ihre Freundin Bella. Bella bemüht sich, Marina aufzuklären, und weiht sie in ihre eigenen Erfahrungen und Phantasien ein. Aber erst als ein Fremder in die Stadt kommt, beginnt Marina die Mysterien der menschlichen Fauna auf eigene Faust zu untersuchen. Neues, gefeiertes Kino aus Griechenland: Hier trifft schräge Anthropologie auf griechische Industrie-Tristesse, Silly Walks à la Monty Python und einen Soundtrack zwischen No-Wave und französischem Chanson. Regisseurin Athina Rachel Tsangari zeigt eine junge Frau, die die Absurditäten des Lebens mit der Neugier eines Kindes erkundet, und entwirft dabei das Bild einer abstrakten Spezies Mensch. Hauptdarstellerin Ariane Labed wurde 2010 bei den Filmfestspielen von Venedig als beste Darstellerin ausgezeichnet. (Amazon.de-Filmbeschreibung)

Fakten zum Film

Filmdaten

Kinostart:
Originaltitel: Attenberg
Genre: Drama
Produktion: Griechenland
Jahr: 2010
Länge: 95 Minuten
Verleih: Rapid Eye Movies
FSK: 12

Besetzung und Crew

Regie:
Stars: , ,
Drehbuch: Athina Rachel Tsangari
Produktion: Maria Chatzakou, Giorgos Lanthimos, Iraklis Mavroidis, Athina Rachel Tsangari, Chaos Film
Kamera: Thymios Bakatakis
Schnitt: Sandrine Cheyrol, Matt Johnson

Inhaltsangabe

Hier findest Du die Zusammenfassung der Handlung für den Film Attenberg. Achtung, Spoilerwarnung: bitte die Inhaltsbeschreibung nicht weiterlesen, falls Du das Ende des Films nicht erfahren möchtest!

Marina ist 23 und lebt gemeinsam mit ihrem Vater in einem austauschbaren Industrieörtchen an der Küste. Sie arbeitet als Chauffeurin in der benachbarten Fabrik. Die menschliche Spezies empfindet Marina als eigenartig, fast abschreckend, wären da nicht Bella, ihre einzige und sehr unkonventionelle Freundin, und ihr kranker Vater Spyros. Mit ihm lebt sie zusammen und mit ihm liefert sie sich skurrile Dialoge. Zu anderen Menschen hält Marina Abstand und beobachtet diese durch die Songs der No-Wave-Band Suicide und durch die Tierdokumentarfilme von David Attenborough, die tragende Aspekte der Erzählung des Films darstellen.

Die scheinbar asexuelle Marina nähert sich im Verlauf des Films aktiv und neugierig dem Ingenieur an, den sie im Rahmen ihrer Arbeit chauffiert und mit dem sie die Vorliebe für Suicide und Tischfußball teilt. Die Entwicklung von Marinas Begehren geschieht in sehr eigenwilliger Weise und ganz nach ihrem Rhythmus. Dabei öffnet sie sich mehr und mehr emotional. Attenberg zeigt die selbstbewusste Entfaltung weiblichen Begehrens jenseits der Kategorien "heterosexuell" oder "homosexuell". Innerhalb der Freundschaft zwischen Bella und Marina wird eine Körperlichkeit und ein Verhaltensrepertoire gezeigt, die die üblichen Filmklischees und generell die Kategorien "Freundschaft" und "Sexualität" weit hinter sich lassen. Bella versucht z. B. Marina einen Zugang zu ihrer Sexualität zu vermitteln, indem sie ihr den Zungenkuss beibringt oder ihre Brüste von Marina berühren lässt, während sie ein Gespräch über die Bewunderung Marinas für weibliche Brüste führen. Der Sexpartner Marinas bleibt im Film relativ passiv und namenlos, seine Männlichkeit ist frei von Machismo, er handelt konsensuell. Mit Attenberg formuliert Tsangari ein Konzept, das der Zweierbeziehung kritisch gegenübersteht: "Als ich die Geschichte genauer durchdachte, fiel mir auf, dass zwei Menschen, die sich wirklich näher kommen wollen, immer einen gedachten Dritten brauchen, jemanden, der als Katalysator oder als Gegenspieler fungiert und die Beziehung stärker macht oder sie überhaupt rechtfertigt. Für mich heißt das, es gibt eigentlich keine Zweierbeziehung sondern immer nur Dreierbeziehungen."

Parallel dazu entwickelt sich die Krankheit ihres Vaters fort bis hin zu seinem Tod. Kurz vor dem Tod von Marinas Vater überredet sie ihre sexuell ziemlich aktive Freundin Bella, mit ihm quasi als Abschiedsgeschenk zu schlafen. Er war der Architekt und Stadtplaner der Siedlung, in der die Protagonisten leben. Spyros bereitet sich auf seinen selbstbestimmten "Ausstieg" aus dem Leben vor. Er bezeichnet das zwanzigste Jahrhundert als überschätzt und die von ihm geplante und nun fast menschenleere Siedlung als mathematisch konstruierte Ruine. Er formuliert damit eine Kritik an der zu raschen Industrialisierung dieser Gegend von der Schafweide zur Industriestadt.

Anhand ihrer Freundin Bella und der zwei Männer untersucht Marina die letzten Mysterien der menschlichen Fauna. Das Schauen von Tierdokus und das gemeinsame Imitieren von Tieren spielen dabei eine große Rolle. Nach dem Tod ihres Vaters verstreut Marina zusammen mit Bella seine Asche über dem Meer. Sie ist nun unabhängig.

DVD und Blue-ray

DVD

Titel: Attenberg (OmU)
Label: Rapid Eye Movies (Alive AG)
Releasedatum: 23.11.2012
Laufzeit: 94 Minuten
Sprachen: Griechisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Format: PAL
Bildformat: 16:9 - 1.77:1
Region-Code: 2 - West- und Mitteleuropa, Südafrika, Ägypten und Naher Osten, Japan
Discs: 1
EAN: 4260017065065
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Die Inhaltsangabe zum Film basiert auf dem Artikel Attenberg (Film) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Er steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. Liste der Autoren.